Bisher war die Prozedur immer eine Selbstverständlichkeit: Veröffentlichte Atlus einen japanischen Titel in den USA, dann kam die Partnerschaft mit NIS America zum Tragen, die das entsprechende Spiel dann in Europa vertrieben. Wie wir jedoch vor kurzem berichteten, wurde ATLUS USA von Sega übernommen – ein Deal, der bereits seit mehreren Jahren vorbereitet und in diesem Jahr endlich abgeschlossen wurde. Zwar hat diese Übernahme keinen Einfluss auf den US-Markt, da beide Unternehmen auch weiterhin als eigenständige Einheiten agieren sollen – der Vertrieb soll jedoch gemeinsam abgewickelt werden – bei uns sieht das aber leider anders aus. Für Europa brachte die Übernahme von ATLUS durch SEGA die Konsequenz mit sich, dass die Kooperation mit NIS America zunächst einmal ein Ende hat. Nach einigen Spannungen beendeten die Unternehmen ihre Publishing-Partnerschaft im April. Viele europäische Fans befürchten nun, dass ein Großteil der ATLUS-Games es nicht mehr bis in die hiesigen Läden schaffen wird. Gerade im Vorfeld des Persona 5 Releases wäre das für viele ein Desaster.
Sega äußerte sich nun allerdings zum Europageschäft. Zu Wort meldete sich der SVP of Commercial Publishing John Clark:
„Wir sind sehr interessiert daran, alle japanischen Inhalte der Gruppe [Sega/ATLUS] nicht nur in den Westen, sondern auch speziell nach Europa zu bringen. Wir sind immer darum bemüht einen Weg zu finden. Und das ist ein fortlaufender Prozess. Das ist etwas, das wir ständig prüfen und besprechen und wenn es wirklich starke Möglichkeiten gibt, die japanischen Inhalte in Europa zu unterstützen, dann werden wir das tun.“
Dieses Statement ist zwar noch sehr vage, gibt aber zumindest Hoffnung, dass auch der europäische Raum in Zukunft noch mit den Spielen von ATLUS rechnen darf. Bis dahin heißt es abzuwarten und die Situation im Speziellen bei Persona 5 zu beobachten.

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