Es kommt selten vor, dass Studios eine Nominierung einfach ablehnen, doch genau das ist beim viralen Indie-Hit Megabonk passiert.
Megabonk zählt zweifellos zu den meistdiskutierten Roguelike-Indie-Spielen des Jahres 2025. Es erschien Anfang des Jahres und erreichte unerwartet hohe Verkaufszahlen mit über einer Million verkaufter Exemplare in den ersten Monaten. Daher war es für die Spieler keine große Überraschung, dass Megabonk für den Preis „Bestes Indie-Debütspiel“ bei den The Game Awards 2025 nominiert wurde.
Der Entwickler von Megabonk, vedinad, hat aber nun bekannt gegeben, dass der Indie-Hit nicht mehr für die Auszeichnung „Bestes Indie-Debütspiel“ bei den Game Awards 2025 nominiert wird.
Diese Ankündigung erfolgte nur einen Tag nach der Bekanntgabe der Nominierten für die Game Awards 2025 am 17. November, bei der die Fans abstimmen konnten, welchen Gewinner sie in den einzelnen Kategorien wählen würden.
Ganz gleich, was man von den Game Awards hält, sie gelten als die wichtigste Preisverleihung für Videospiele. Die Game Awards sind quasi die Oscars der Videospielbranche, auch wenn die Preisverleihung von über zwei Stunden Werbung unterbrochen wird. Deshalb ist eine Nominierung für einen Spieleentwickler eine der prestigeträchtigsten Auszeichnungen überhaupt.
Das im September erschienene Megabonk, das als „3D-Spiel im Stil von Vampire Survivors“ beschrieben wird, hat sich schnell zu einem herausragenden Titel im beliebten Survival-Genre entwickelt. Ein beeindruckender Erfolg für den Einzelentwickler vedinad: Die gleichzeitige Spielerzahl von Megabonk auf Steam erreichte im Oktober mit über 117.000 ihren Höchststand.
Nachdem Megabonk seine Nominierung zurückgezogen hat, sind folgende Spiele für das beste Indie-Debütspiel nominiert:
- Blue Prince
- Clair Obscur: Expedition 33
- Despelote
- Dispatch
In einem Beitrag auf dem offiziellen X-Account von Megabonk bestätigte vedinad, dass das Spiel nicht mehr für die Game Awards 2025 in der Kategorie „Bestes Indie-Debütspiel“ nominiert wird.
I'm withdrawing from The Game Awards.
It's an honor and a dream for Megabonk to be nominated for TGA, but unfortunately i don't think it qualifies for the category "Debut Indie Game"
I've made games in the past under different studio names, so Megabonk is not my debut game 🥸
— Megabonk (@MegabonkGame) November 18, 2025
vedinad bedankt sich zwar für die Unterstützung der Community, die zu dieser Nominierung geführt hat, hält es aber für unfair gegenüber den anderen Nominierten, Megabonk als Debütspiel zu betrachten, da sie in der Vergangenheit bereits Spiele unter anderen Namen entwickelt haben. Der Beitrag ruft die Fans dazu auf, stattdessen die anderen nominierten Spiele in der Kategorie „Bestes Indie-Debütspiel“ zu unterstützen.
Hoffnungsvoll fügt vedinad hinzu, dass Spieler bald mit einem neuen Update für Megabonk rechnen können.
Die Game Awards 2025 sorgen bereits in einigen Kategorien für Kontroversen. Manche Fans sind der Meinung, dass ein Titel wie ARC Raiders bei Auszeichnungen wie „Bestes Sounddesign“ und „Spiel des Jahres“ übergangen wurde. Auch die Nominierungen für die „Beste Performance“ spalten die Gemüter: Einige Fans finden drei Nominierungen für Clair Obscur: Expedition 33 in einer Kategorie zu viel. Trotz dieser Kontroversen ist der Rückzug von Megabonk bisher die einzige Nominierung in diesem Jahr.
Obwohl Megabonk als bestes Indie-Debütspiel nominiert war, erhielt es keine Nominierung in der Kategorie „Bestes unabhängiges Spiel“. Sowohl Clair Obscur: Expedition 33 als auch Blue Prince wurden in den Kategorien „Bestes Indie-Debütspiel“ und „Bestes Independent-Spiel“ nominiert. Despelote, ebenfalls in der Kategorie „Bestes Indie-Debütspiel“ nominiert, erhielt zudem eine Nominierung für den Games for Impact Award.
Leider war Megabonk nur für die Auszeichnung „Bestes Indie-Debütspiel“ nominiert. Durch den Rückzug aus dieser Kategorie ist das Spiel nun für keine der anderen Preiskategorien mehr teilnahmeberechtigt. Es besteht jedoch noch Hoffnung für Megabonk-Fans, da das Spiel die Chance hat, den „Player’s Voice“-Award zu gewinnen, der ausschließlich durch Spielerstimmen entschieden wird. Die Abstimmung für den „Player’s Voice“-Award hat noch nicht begonnen, daher besteht weiterhin die Möglichkeit, dass die Megabonk-Community das Spiel unterstützt und ihm zum Sieg verhilft.
Es ist das erste Mal in der Geschichte der Game Awards, dass ein Entwickler sein Spiel freiwillig zurückgezogen hat. Die einzigen vergleichbaren Beispiele sind die Fan-Titel Pokémon Uranium und Another Metroid 2 Remake, die 2016 aufgrund der üblichen Nintendo-Entscheidungen aus der Kategorie „Beste Fan-Kreation“ entfernt wurden. Es ist eine sehr noble Geste, auch wenn Megabonk gegen Expedition 33 wohl keine Chance gehabt hätte.
Der Vorfall wirft zudem ein Licht auf die Arbeitsweise der Game Awards. Man kann ziemlich sicher sein, dass der Schöpfer von Megabonk die Nominierung nicht zugelassen hätte, wenn er vorgewarnt gewesen wäre. Nun verpasst ein weiterer Indie-Entwickler eine mögliche Nominierung. Vielleicht ist dies ein Zeichen dafür, dass der gesamte Nominierungsprozess geändert werden sollte, um solche Pannen in Zukunft zu vermeiden.


















