Vince Zampella, der Schöpfer von Medal of Honor und Call of Duty sowie spätere Mitbegründer von Respawn Entertainment, ist im Alter von 55 Jahren gestorben.
Videospiele werden nicht von großen Publishern entwickelt, sondern von Teams. Nur wenige waren in der Spielebranche so bekannt wie Vince Zampella, Mitbegründer des Call-of-Duty- Studios Infinity Ward und späterer Leiter von Respawn Entertainment.
Der gefeierte Videospielentwickler und -chef war laut NBC4 Los Angeles am Sonntag in einen Unfall ohne Fremdverschulden auf einer Straße nördlich von Los Angeles in den San Gabriel Mountains verwickelt. Zampella, der legendäre Videospielentwickler und Studioleiter, kam bei diesem Autounfall ums Leben, wie NBC News LA berichtete
Das in südlicher Richtung fahrende Fahrzeug, in dem sich Zampella befand, kam Berichten zufolge von der Straße ab, prallte gegen eine Betonbarriere und schleuderte einen Beifahrer aus dem Fahrzeug. Der Fahrer wurde in einem brennenden Auto eingeklemmt. Sowohl der Fahrer als auch der Beifahrer starben, einer noch am Unfallort, der andere im Krankenhaus. Es ist zunächst unklar, bei welchem der beiden es sich um Zampella handelte.
Es ist noch nicht bekannt, was zu dem Unfall geführt hat, aber NBC berichtet, dass ein Zeuge den Behörden, die den Vorfall untersuchen, ein Video des Unfalls zur Verfügung gestellt hat, an dem ein Ferrari 296 GTS beteiligt war.
Unmittelbar nach Zampellas Tod trafen in den sozialen Medien zahlreiche Beileidsbekundungen ein, unter anderem von seinem Freund Geoff Keighley sowie von den vielen Gamern, die von den Titeln beeinflusst wurden, zu deren Einführung Zampella beigetragen hatte.
I cannot believe I am writing this.
Vince Zampella, a titan of the video game industry, the co-creator of Call of Duty and co-founder of Respawn Entertainment, not to mention a dear friend, died in a car crash yesterday in Los Angeles. pic.twitter.com/jW3bT88gsE
— Geoff Keighley (@geoffkeighley) December 22, 2025
Electronic Arts, die Muttergesellschaft von Respawn Entertainment, hat folgende Erklärung zum Tod von Zampella abgegeben:
„Dies ist ein unvorstellbarer Verlust, und unser tiefstes Mitgefühl gilt Vinces Familie, seinen Angehörigen und allen, die von seinem Werk berührt wurden. Vinces Einfluss auf die Videospielbranche war tiefgreifend und weitreichend. Als Freund, Kollege, Führungspersönlichkeit und visionärer Schöpfer hat er die moderne interaktive Unterhaltung mitgestaltet und Millionen von Spielern und Entwicklern weltweit inspiriert. Sein Vermächtnis wird auch künftige Generationen prägen und die Art und Weise beeinflussen, wie Spiele entwickelt werden und wie Spieler miteinander in Kontakt treten.“
Vor seiner Arbeit an Call of Duty war Zampella als Lead Designer für Medal of Honor: Allied Assault tätig und arbeitete eng mit Regisseur Steven Spielberg zusammen, um innerhalb der Grenzen eines Videospiels ein Blockbuster-Feeling zu erzeugen. Dieser Blockbuster-Ansatz begleitete Zampella auch in all seinen späteren Projekten, wo er dazu beitrug, aufwendige Szenen mit prägnanten Dialogen und einem packenden Gameplay zu verbinden.
„Ich war überhaupt nicht nervös, Steven Spielberg meine Spielidee präsentieren zu müssen“, sagte Zampella im Oktober gegenüber der britischen GQ, „aber er war begeistert.“
Zampella war eine Größe in der Branche, mit einer jahrzehntelangen Karriere, die bis in die 90er Jahre zurückreicht. Er sammelte seine ersten Erfahrungen bei kleineren Publishern, darunter GamTek, die hauptsächlich Videospieladaptionen von Spielshows produzierten.
Er gründete Infinity Ward im Jahr 2002, und 2007 entwickelte sich Call of Duty mit der Veröffentlichung des ersten Modern Warfare zu einem globalen Erfolg – eine Position, die es in der Branche bis heute innehat. Nach Modern Warfare 2 war Zampella Mitbegründer von Respawn Entertainment, nachdem er Activision wegen unrechtmäßiger Kündigung verklagt hatte, 2010 zusammen mit Jason West, wo er mit der Entwicklung und Veröffentlichung von Titanfall und Apex Legends weiterhin das Shooter-Genre prägte.
Respawn entwickelte außerdem zwei Star Wars-Titel, nämlich Star Wars Jedi: Fallen Order und Jedi: Survivor, eigenständige Abenteuer im Star Wars-Universum, die bei ihrer Veröffentlichung von der Kritik hochgelobt wurden.
Im Jahr 2021 übernahm Zampella die Leitung von EAs Antwort auf Call of Duty, Battlefield, einer Spielereihe, die einst mit dem Activision-Shooter mithalten konnte, deren Aktienkurs aber nach der Veröffentlichung von Battlefield 2042 rapide abfiel.
Nach jahrelanger Stille kehrte Battlefield 2025 mit Battlefield 6 zurück, einem actiongeladenen Shooter mit Kampagne und umfangreichem Mehrspielermodus. Sofern keine gewaltigen Sprünge passieren, wird Battlefield 6 das Jahr 2025 als meistverkaufter Titel in den USA abschließen und damit den langjährigen Konkurrenten übertreffen, zu dem Zampella maßgeblich beigetragen hat.
Rest in peace Vince.
As one of the founders of Infinity Ward and Call of Duty, you will always have a special place in our history.
Your legacy of creating iconic, lasting entertainment is immeasurable.
Our deepest condolences to Vince’s family and loved ones upon this…
— Infinity Ward (@InfinityWard) December 22, 2025
Auch Stig Asmussen, ehemaliger Game Director der Star Wars Jedi-Reihe bei Respawn, verfasste seinen eigenen Abschiedsgruß auf LinkedIn:
„Ich bin heute zutiefst traurig. Wie so viele von uns verarbeite ich das Ganze noch. Vince war mein Freund und hat mich zu einem besseren Menschen gemacht.“
Die Gedanken sind in dieser tragischen Zeit bei Zampellas Familie und Freunden.



















