Start News Im Food Court des Pentagons steht eine Lootbox mit seltenen Pokémon-Karten

Im Food Court des Pentagons steht eine Lootbox mit seltenen Pokémon-Karten

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© Lucky Box

Pokémon-Sammelkarten sind ein begehrtes Sammlerstück.

Da manche Menschen bereit sind, sie zu stehlen, weiterzuverkaufen oder sogar überhöhte Preise dafür zu zahlen, sind Verkaufsstellen nie wirklich sicher. Doch nun scheint es, als würden einige der seltensten Pokémon-Karten an einem der sichersten Orte der Welt erhältlich sein: dem Pentagon.

Pokémon zählt seit seinem Debüt 1996 auf dem originalen Nintendo Game Boy zweifellos zu den beliebtesten Unterhaltungsmarken weltweit. Im Laufe der Jahre entstanden zahlreiche Fortsetzungen, Spin-offs, Zeichentrickserien, Realfilme, unzählige Merchandise-Artikel und vieles mehr.

Der wohl beliebteste und lukrativste Aspekt der Pokémon-Serie sind jedoch die begehrten Sammelkarten. Sicher, in den meisten Fällen wird man wahrscheinlich eine Karte erwerben, die weder selten ist noch einen hohen Wiederverkaufswert hat, aber man schätzt vielleicht einfach das Artwork und sie wird Teil der stetig wachsenden Sammlung.

Mit etwas Glück zieht man eine Karte, die Hunderte, Tausende oder, im Falle des Social-Media-Influencers und aktuellen WWE-Superstars Logan Paul, sogar Millionen wert ist.

Seltene Pokémon-Karten werden an einem der sichersten Orte der USA aufbewahrt. Die „Surging Sparks“-Pikachu-Karte, die eine detailreiche Illustration des kleinen gelben Kerls mit einer Tera-Krone vom Typ Stellar zeigt, befindet sich in einem Lucky-Box-Automaten im Food Court des Pentagons. Es handelt sich dabei jedoch nicht um einen typischen Pokémon-Verkaufsautomaten.

© The Pokémon Company

404 Media berichtet, dass der Lucky Box-Automat, bei dem es sich im Wesentlichen um einen Gacha-Automaten für seltene, bewertete Karten aus Sport- und Sammelkartenspielen handelt, anscheinend um den Heiligabend des letzten Monats im Hauptquartier des US-Militärs aufgestellt wurde.

The Pentagon recently installed these jersey/Pokémon card/crypto gambling machines. What should an Army version gamble on?
byu/Kinmuan inarmy

„Ein Ort, der auf Tradition, Führungsstärke und Geschichte basiert – und nun den Nervenkitzel von Lucky Box hautnah erlebt“, hieß es in dem Beitrag. „Dies ist ein Meilenstein für Lucky Box, und wir freuen uns sehr über diese Gelegenheit. Nostalgie. Pure Begeisterung.“

In einer mittlerweile gelöschten Ankündigung im Forum Threads gab Lucky Box bekannt, einen seiner Lootbox-Automaten im Food Court des Pentagons aufgestellt zu haben. Unter den möglichen Preisen, die der Automat anpreist, befand sich auch die bereits erwähnte Pikachu-Karte. Fotos im Army-Subreddit zeigen außerdem ein Bild einer riesigen Glurak-Karte an der Seite des Automaten.

Es ist jedoch unklar, ob es sich dabei nur um Dekoration handelt oder ob sich die Originalkarte des feuerspeienden Drachen ebenfalls in diesem Automaten befindet. Ein Einsatz an einem Lucky-Box-Automaten kostet zwischen 100 und 200 US-Dollar.

Auf den Social-Media-Kanälen von Lucky Box finden sich Fotos von großen Gewinnern. Einige haben seltene Pokémon-Karten gewonnen, andere signierte Trikots verschiedener Sportmannschaften. Bisher scheint aber noch niemand mit einem großen Gewinn mitten im Pentagon aufgetaucht zu sein. Tatsächlich zeigen die meisten Beiträge die Automaten in Las Vegas, wo über 20 dieser Geräte stehen. Die gezeigten Gewinner finden dort allerdings ziemlich wertvolle Pokémon-Karten, von einem seltenen Bisaflor bis hin zur alten Mew-Promokarte aus dem Kinofilm Pokémon – Der Film. Lucky Box-Automaten sind landesweit verbreitet und stehen hauptsächlich in Einkaufszentren. In den USA haben sie in den letzten Jahren an Popularität gewonnen, was auf die Lockerung der Glücksspielgesetze und Popkultur-Trends wie Labubu zurückzuführen ist.

Pokémon-Karten gelten unter Leuten, die dutzende Päckchen öffnen, um schnell Geld zu verdienen, schon fast als Glücksspiel. Trotzdem ist es erschreckend, dieses Konzept hier so unverblümt dargestellt zu sehen: Wertvolle Karten sind in einem Automaten eingeschlossen, für den man Hunderte von Dollar ausgeben muss, um eine winzige Chance auf eine einzige Karte zu haben. Zum Glück bewacht das mächtigste Militär der Welt den Automaten, bis der glückliche Gewinner kommt.

In der Gaming-Branche sind virtuelle Versionen dieser Lootboxen verpönt. Vor sieben Jahren standen Spiele wie Star Wars: Battlefront II im Zentrum einer Kontroverse um ähnliche Mechanismen. Damals war es üblich, dass Videospiele Lootboxen für wenige Dollar an Nutzer verkauften. Dies führte schließlich zu einer Untersuchung der FTC (Federal Trade Commission). Vor einem Jahr stimmten die Entwickler von Genshin Impact einer Geldstrafe von 20 Millionen Dollar zu, weil sie Lootboxen ohne elterliche Zustimmung an Jugendliche unter 16 Jahren verkauft hatten. Die Praxis ist in Videospielen nie ganz verschwunden, aber die meisten großen Publisher haben sie bei Nicht-Sportspielen eingestellt.

Es ist unklar, ob Präsident Donald Trump eigenes Geld an diesen Gacha-Automaten verspielt hat, aber es dürfte sicher sein, dass sie bei den Mitarbeitern des Pentagons sehr beliebt sind. Sonst stünden sie dort wohl nicht.

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