Die Trump-Regierung debattiert darüber, ob der chinesische Spielegigant Tencent gezwungen werden soll, seine Anteile an Videospielunternehmen zu veräußern.
Im letzten Jahrzehnt hat sich der chinesische Technologiekonzern Tencent zu einem wichtigen Akteur auf den internationalen Märkten entwickelt. Das Unternehmen ist Mehrheitseigentümer des League-of-Legends-Entwicklers Riot Games, hält bedeutende Anteile an Ubisoft und Epic Games, betreibt den Spieleverlag Level Infinite und ist ein bedeutender Entwickler auf dem heimischen Markt.
Außerhalb der USA hält Tencent bedeutende Beteiligungen an Studios wie Larian (Baldur’s Gate 3), FromSoftware (Souls-Reihe) und Krafton (PUBG). Tencent investierte außerdem in Discord und wurde kürzlich als geheimer Geldgeber des gescheiterten Multiplayer-Shooters Highguard entlarvt, einem vielbeachteten Hero-Shooter, der nur einen Monat vor Veröffentlichung eingestellt wurde, nachdem das chinesische Unternehmen Berichten zufolge seine Investitionen zurückgezogen hatte.
Laut einem Bericht der Financial Times (FT) erwägt die Trump-Regierung, Tencent aus amerikanischen Unternehmen zu verdrängen, angeblich wegen der von dem Unternehmen ausgehenden Sicherheitsrisiken.
Laut FT versucht Tencent seit fast einem Jahr, die Bedenken des Komitees für Auslandsinvestitionen in den Vereinigten Staaten (Cfius) zu zerstreuen. Kabinettsbeamte planen, demnächst ein Treffen zu dem Unternehmen abzuhalten.
Die Überprüfung betrifft den Zugriff von Tencent auf die Daten von US-Bürgern aufgrund seiner (teilweisen und vollständigen) Eigentümerschaft an mehreren Multiplayer-Spielen, darunter Fortnite und League of Legends. Cfius äußert zudem Bedenken hinsichtlich Tencents Übernahme des finnischen Unternehmens Supercell, dem Entwickler von Clash of Clans, da das Spiel in den Vereinigten Staaten sehr beliebt ist.
Innerhalb des Cfius und unter den Mitarbeitern des Finanzministeriums herrscht Uneinigkeit darüber, wie mit Tencent umzugehen ist. Einige sind der Ansicht, dass die beste Vorgehensweise darin besteht, Tencent zum Verkauf seiner Anteile zu zwingen, während andere einen sanfteren Ansatz bevorzugen.
Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Bedenken hinsichtlich Tencent nicht von der Trump-Regierung stammen. Auch die Regierung von Joe Biden untersuchte Tencent offenbar, insbesondere im Hinblick auf Verbindungen zum chinesischen Militär.
„Die Genehmigung dieses Deals, selbst mit Minderungsvereinbarungen, könnte ein weitreichendes Signal aussenden, dass Investitionen von ‚chinesischen Militärunternehmen‘ keine nationalen Sicherheitsrisiken bergen, was ganz sicher nicht der Fall ist“,
sagte Chris McGuire, ein ehemaliger Regierungsbeamter der Joe Biden-Administration, der derzeit beim Council on Foreign Relations tätig ist.
Einer Quelle zufolge verhandelte Tencent im vergangenen Sommer sogar
„[…] mit dem Ausschuss für Auslandsinvestitionen in den USA über Maßnahmen zur Milderung der Sicherheitsbedenken Washingtons“.
Tencent wurde im Januar 2025 in die Liste der chinesischen Militärunternehmen des US-Verteidigungsministeriums aufgenommen – ein Dokument, das amerikanische Unternehmen vor den Risiken von Geschäften mit militärnahen chinesischen Unternehmen warnt. Die Aufnahme in die Liste hat derzeit keine Sanktionen oder rechtlichen Konsequenzen zur Folge.
Tencent weist die Einstufung zurück und erklärt:
„Wir sind kein Militärunternehmen und kein Militärlieferant. Im Gegensatz zu Sanktionen oder Exportkontrollen hat diese Listung keine Auswirkungen auf unser Geschäft.“
In drei Wochen trifft Donald Trump in Peking auf Xi Jinping. Die Atmosphäre des Treffens wird voraussichtlich davon abhängen, wie viel Druck die US-Regierung in der Zwischenzeit auf chinesische Unternehmen ausübt.
Dieser Fall verdeutlicht die wachsenden Spannungen zwischen den USA und China im Hinblick auf Datensicherheit und den Einfluss chinesischer Technologiekonzerne in strategischen amerikanischen Branchen. Die Entscheidung der Trump-Regierung könnte weitreichende Folgen für die globale Glücksspielbranche und die Zukunft chinesischer Investitionen in den USA haben.



















