Sony experimentiert offenbar mit dynamischer Preisgestaltung für PS5-Spiele im PlayStation Store.
Analysen der Preiswebsite PS Prices zeigen, dass bei einigen Spielern unterschiedliche Preise für dasselbe Spiel angezeigt werden. Mithilfe dieser A/B-Tests untersucht Sony, wie sich Preisunterschiede auf das Kaufverhalten von PlayStation-Nutzern auswirken.
Sony's PlayStation Store has been testing dynamic pricing on games – varying prices displayed for the same product to different people
A/B testing on about 139 games across 68 regions with price differences between 5.3% to 17.9% (the test only included price decreases, not price… pic.twitter.com/3s3HukZqUw
— Wario64 (@Wario64) March 7, 2026
Laut PS Prices analysiert Sony seit November 2025 Preisdaten im PlayStation Store mittels A/B-Tests. Die Spieler werden zufällig verschiedenen Gruppen zugeordnet, die unterschiedliche Preise für dasselbe Spiel sehen.

Die Website entdeckte sogenannte „Experiment-IDs“ in der PlayStation Store API. Die Tags „IPT_PILOT“ und „IPT_OPR_TESTING“ kennzeichnen die Evaluierungsphase. Diese Methodik ermöglicht es Sony, wertvolle Daten darüber zu sammeln, wie Preisschwankungen die Kaufentscheidungen der Nutzer in seinem umfangreichen Spiele-Ökosystem beeinflussen.und Sony aktiv verschiedene Preisstrukturen testet.
Die Experimente wurden inzwischen Berichten zufolge auf über 150 Spiele und 68 Regionen ausgeweitet.
Laut der Analyse liegen die Preisunterschiede zwischen etwa 5,3 und 17,9 Prozent. Es handelt sich dabei nicht um Preiserhöhungen: Die Varianten sind sogar günstiger als der Standardpreis.
Auffällig ist, dass Sony im Test auch große Eigenentwicklungen einsetzt. Spiele wie God of War Ragnarök, Marvel’s Spider-Man 2 und Gran Turismo 7 werden Berichten zufolge bestimmten Spielern teilweise zu einem niedrigeren Preis angeboten.
Laut den Daten sind auch andere beliebte Titel wie Helldivers 2, Stellar Blade und Red Dead Redemption 2 Teil des Experiments. Zusätzlich zur „normalen“ dynamischen Preisgestaltung experimentierte der PlayStation Store auch mit personalisierten Rabatten. So wurden beispielsweise für Helldivers 2 zwei verschiedene Rabattstufen angezeigt: Einige Nutzer sahen den Standardrabatt von 25 %, andere bis zu 56 %.
PS Prices gibt an, dass Sony wahrscheinlich die Preiselastizität von Spielen untersucht: welchen Einfluss ein niedrigerer Preis auf die Wahrscheinlichkeit eines Kaufs hat.
Laut der Analyse wird den Nutzern innerhalb der Testgruppen zufällig ein Preis zugewiesen. Das bedeutet, dass zwei Spieler in derselben Region unterschiedliche Preise für dasselbe Spiel sehen können.
Bisherige Tests haben zwar lediglich niedrigere Preise gezeigt, doch das Experiment sorgt unter den Spielern für Diskussionen. Einige Fans befürchten, dass die dynamische Preisgestaltung letztendlich für manche Nutzer zu höheren Kosten führen könnte.
Geografisch gesehen hat Sony dieses variable Preissystem Berichten zufolge vor mindestens drei Monaten eingeführt, zunächst in 30 verschiedenen Regionen und schrittweise auf fast 70 Gebiete weltweit ausgeweitet, darunter Europa, der Nahe Osten, Asien, Lateinamerika und Afrika. Das Fehlen der USA und Japans in diesem Programm ist bemerkenswert und dürfte auf strengere Vorschriften zur Preistransparenz in diesen Märkten zurückzuführen sein – was auch Auswirkungen auf europäische Gamer haben könnte, da diese Regionen bereits der DSGVO und den europäischen Verbraucherschutzbestimmungen unterliegen.
Die Idee hinter dynamischer Preisgestaltung besteht darin, Preise anhand von Faktoren wie Nachfrage, Standort oder Kaufverhalten anzupassen. Dieses Modell wird bereits in Branchen wie der Luftfahrt, dem Einzelhandel und dem Wohnungsbau eingesetzt.
Sony hat sich zu den Ergebnissen von PS Prices noch nicht offiziell geäußert. Daher ist unklar, ob der Test letztendlich zur dauerhaften Einführung dynamischer Preise im PlayStation Store führen wird.
Das japanische Unternehmen hatte Investoren zuvor mitgeteilt, dass das sie nach neuen Wegen suchen, um Einnahmen aus der bestehenden PS5-Nutzerbasis zu generieren.
Sony hatte bereits Ende 2025 eine Funktion für die PS5 eingeführt, die den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage anzeigt und Nutzern so die Kaufentscheidung erleichtert.
Finanziell steht Sony gut da: Der jüngste Quartalsbericht weist für das laufende Geschäftsjahr ein Umsatzplus von 4 % im Gaming-Bereich und einen Anstieg des operativen Gewinns um 2 % aus. Der Gesamtgewinn der Sony-Gruppe stieg im Vergleich zum Vorjahr um 22 %. Das Unternehmen selbst bezeichnete den Beitrag von PlayStation Plus zu den Quartalsergebnissen als signifikant, was auf den Wechsel von Abonnenten zu höherwertigen Abonnements wie PlayStation Plus Extra und Premium zurückzuführen ist.



















