Capcom gibt an, KI nicht zur Generierung von Spielinhalten einzusetzen, plant aber, sie an anderer Stelle in der Entwicklung aktiv zu nutzen.

Der Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Entwicklung von Videospielen ist in den letzten Jahren zu einem kontroversen Thema geworden, da der Einsatz von KI in verschiedenen Branchen immer üblicher wird.

Generative KI ist in der Spielebranche zu einem unverzichtbaren Thema geworden. Einige Entwickler lehnen die Technologie entschieden ab, während andere optimistisch in Bezug auf ihre Möglichkeiten sind. Capcom hat nun seinen Ansatz als einen Mittelweg positioniert.

Zahlreiche Studios wie Level-5 und Krafton setzen ganz offen auf generative künstliche Intelligenz. Capcom hingegen – nach dem überwältigenden Erfolg von Resident Evil Requiem – scheint einen Mittelweg zwischen beiden Ansätzen zu suchen.

Nach einigen Schwierigkeiten im Jahr 2025 sieht es für Capcom in letzter Zeit wieder bergauf. Das mit Spannung erwartete Resident Evil Requiem verkaufte sich in nur 17 Tagen 6 Millionen Mal und avancierte damit zum bisher am schnellsten verkauften Titel der Horror-Reihe.

Auch der Rest des Jahres 2026 lässt wenig Zeit zum Durchatmen. Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection erschien am 13. März, die Mega Man Star Force Legacy Collection mit sieben Titeln kommt am 27. März auf den Markt, und Pragmata, eine neue Sci-Fi-IP, ist für April auf PS5, Xbox Series X|S und Nintendo Switch 2 angekündigt. Später im Jahr erscheint Onimusha: Way of the Sword, ein neuer Hauptteil der lang erwarteten Action-Reihe.

Dieser Erfolg ist eine willkommene Erleichterung, nachdem die Verkaufszahlen von Monster Hunter Wilds nachgelassen hatten und die Erwartungen des Unternehmens nicht erfüllten. Capcom blickt nun optimistisch in die Zukunft und zeigt sich dabei auch enthusiastisch, aber zurückhaltend hinsichtlich der Rolle von KI in der Entwicklung.

Street Fighter 6 erfreut sich weiterhin wachsender Beliebtheit. Die Hinzunahme von Alex am 17. März führte zu einem neuen Höchststand an Spielern auf Steam, der sogar die Zahlen der Veröffentlichungswoche übertraf. Der Year 3 Character Pass enthält außerdem Sagat, C. Viper und Ingrid.

Capcom äußerte sich in einer kürzlich abgehaltenen Investoren-Fragerunde zum immer wieder kontrovers diskutierten Thema der generativen KI und erklärte, man werde „die von unserer KI generierten Inhalte nicht in Spielinhalte einbinden“, suche aber nach anderen Einsatzmöglichkeiten. Konkret nannte das Unternehmen Grafik, Sound und Programmierung als Bereiche, in denen KI die Effizienz steigern könnte, ohne jedoch weitere Details preiszugeben.

„Unsere Position ist klar: Wir werden keine mithilfe generativer KI erzeugten Materialien in Spielinhalte einbinden“, sagte Abe. „Wir planen jedoch, diese Technologie aktiv zu nutzen, um die Effizienz und Produktivität im Spieleentwicklungsprozess zu steigern. Zu diesem Zweck prüfen wir derzeit Möglichkeiten, sie in verschiedenen Abteilungen anzuwenden, darunter Grafik, Sound und Programmierung.“

Diese Aussagen fallen in eine Zeit, in der die Gaming-Community für Aufsehen sorgte, nachdem sich Pearl Abyss, die Entwickler von Crimson Desert, für KI-generierte Assets entschuldigt hatten, die Fans im Spiel entdeckt hatten. Laut Pearl Abyss sollten diese Elemente lediglich Platzhalter sein, wurden aber nie ausgetauscht – eine Situation, in der sich bereits mehrere Studios befanden.

Es ist unklar, ob Capcoms Haltung gegenüber KI-generierten Inhalten ein Versuch ist, ähnliche Kontroversen zu vermeiden, aber sie könnte in jedem Fall hilfreich sein.

Dies ist nicht das erste Mal, dass das Unternehmen sich zu seinen KI-Bemühungen geäußert hat. Bereits im Sommer 2025 erklärte der technische Direktor Kazuki Abe, Capcom experimentiere mit generativer KI, vor allem um Ideen für Spielgegenstände und Umgebungen zu generieren, bevor die Künstler diese Vorschläge umsetzen. Die neueren Aussagen lassen vermuten, dass der Entwickler von Resident Evil den KI-Einsatz darüber hinaus ausweiten möchte, auch wenn die vollständige Inhaltsgenerierung vorerst nicht im Fokus steht. Hinweise auf Grafik und Sound könnten bedeuten, dass Capcom KI als Upscaling- oder Remastering-Tool einsetzt, doch die vage Formulierung des Unternehmens lässt Raum für viele Möglichkeiten.

Insgesamt scheint Capcom sich den Entwicklern anzuschließen, die zwar Optimismus hinsichtlich der Effizienzsteigerungen durch KI geäußert haben, aber dennoch eigene Richtlinien zum Schutz menschlicher Kunstfertigkeit festlegen. Dies erinnert an Larians Aussage, dass Divinity keine KI-generierten Grafiken enthalten werde, nachdem der CEO des Studios kontroverse Äußerungen über den Einsatz der Technologie für Konzeptzeichnungen gemacht hatte. Damals bekräftigte Larian seine Hoffnung, dass KI die Produktivität der Entwickler steigern würde, versicherte den Fans aber gleichzeitig, dass sie diese nicht ersetzen würde.

Capcom scheint einen ähnlichen Weg einzuschlagen, da das Unternehmen in der Fragerunde trotz seines Interesses an KI-bedingten Effizienzgewinnen ebenfalls erklärte, sich auf die „Erhöhung des Entwicklerteams“ zu konzentrieren.

Diese Aussagen zur KI kommen für das Unternehmen zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Ein großer saudi-arabischer Investmentkonzern hat kürzlich einen Anteil von 5,03 % an Capcom erworben, was das Unternehmen künftig genauer unter die Lupe nehmen dürfte. Andere saudi-arabische Investitionen in die Spielebranche stießen bereits auf Skepsis und Kontroversen. Daher könnten diese Neuigkeiten, zusammen mit der geäußerten Absicht, den KI-Einsatz zu erhöhen, Capcom in Zukunft einer strengeren Kontrolle aussetzen.

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