In einer recht überraschenden Wendung erhalten PS5-Spieler Benachrichtigungen zur Altersverifizierung.

Zum jetzigen Zeitpunkt betrifft dies nur Spieler in Großbritannien und Irland.

Sony führt neue Richtlinien zur Altersverifizierung für PlayStation-Nutzer in Großbritannien und Irland ein. Das Unternehmen macht dies nicht zur Pflicht, aber ab Juni 2026 ist ein Altersnachweis erforderlich, um auf „Kommunikations-, Übertragungs- und bestimmte Spielfunktionen“ zugreifen zu können. Dazu gehören wichtige Funktionen für Online- und Social-Gamer, wie das Beitreten zu einer Party, Sprach- und Textnachrichten oder die Nutzung von Drittanbieter-Chatprogrammen wie Discord.

In der Nachricht heißt es, dass Benutzer in Übereinstimmung mit globalen Vorschriften ihr Alter „später in diesem Jahr“ bestätigen müssen, wenn sie weiterhin Kommunikationsfunktionen, einschließlich textbasierter Nachrichten und Sprachchats auf der aktuellen Konsolengeneration, nutzen wollen.

Auch einige In-Game-Kommunikationstools, wie Chats oder das Teilen von nutzergenerierten Inhalten, stehen erst nach erfolgreicher Altersprüfung zur Verfügung. Obwohl die neuen Anforderungen erst im Sommer in Kraft treten, werden Nutzer bereits jetzt dazu aufgefordert, den Verifizierungsprozess abzuschließen.

UK, get ready to verify your age!
byu/rites0fpassage inplaystation

Die Nachricht enthält außerdem einen QR-Code, den man mit seinem Smartphone scannen kann. Dieser führt einen zur Website von Sony. Sony gibt an, dass die Altersverifizierung von seinem „Dienstleister“ Yoti durchgeführt wird.

Dort kann der Nutzer  sein Alter auf drei Arten bestätigen:

  • Gesichtsscan (man macht ein Foto von sich und lässt sich vom System eine „Altersschätzung“ geben)
  • Ausweis (man verwendet Ausweisdokumente wie Führerschein, Reisepass oder Personalausweis, um sein Alter nachzuweisen)
  • Mobilnummer (der Nutzer verwendet einen Bestätigungscode, der ihm per SMS auf sein Handy gesendet wird)

Eine Liste mit häufig gestellten Fragen zum gesamten Prozess findet man hier auf der PlayStation-Supportseite.

„Wenn Sie ‚Alter später bestätigen‘ auswählen, können Sie zunächst ohne Bestätigung fortfahren. Allerdings stehen Ihnen Funktionen, die eine Altersbestätigung erfordern, erst nach deren Abschluss zur Verfügung“, heißt es auf Sonys Website . „Um spätere Unterbrechungen zu vermeiden, empfehlen wir Ihnen, die Altersbestätigung jetzt durchzuführen.“

Dieses Verfahren zur Altersverifizierung entspricht den kürzlich in Großbritannien und Irland eingeführten Gesetzen zur Altersverifizierung. Die Altersverifizierung ist nun erforderlich, um auf alle Arten von Online-Inhalten zuzugreifen, von denen viele als Inhalte für Erwachsene gelten.

Wenn Spieler sich entscheiden, ihr Alter nicht zu verifizieren, können sie trotzdem Spiele spielen und Funktionen ihrer Konsole nutzen, die keine Kommunikation erfordern, und sie können weiterhin Einkäufe im PlayStation Store tätigen.

Microsoft hat die Altersverifizierung bereits im Juli 2025 eingeführt.

Ende 2025 unterzeichnete der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom den „Digital Age Assurance Act“ (AB 1043), der alle Geräte mit Betriebssystem dazu verpflichtet, bei der Kontoerstellung eine Altersprüfung durchzuführen. Angesichts des weitreichenden Geltungsbereichs von AB 1043 in Kalifornien dürfte Sony gezwungen sein, jede PlayStation-Konsole mit Internetzugang mit einer Altersverifizierung auszustatten. AB 1043 tritt am 1. Januar 2027 in Kraft.

Mehrere Staaten und Länder begannen 2025 mit der Einführung solcher Gesetze, um Kinder und Jugendliche vor ungeeigneten Inhalten zu schützen. Dieser Trend dürfte sich trotz Bedenken hinsichtlich Datenschutzrisiken und der Frage nach der Wirksamkeit dieser restriktiven Gesetze fortsetzen. Unternehmen haben jedoch bereits Schritte unternommen, um den Vorgaben zu entsprechen.

Discord war einer der bekanntesten Spiele-Dienste, der letztes Jahr Altersverifizierungsrichtlinien einführte. Anfang 2026 ruderte das Unternehmen jedoch zurück, um die persönlichen Daten und die Anonymität der Nutzer besser zu schützen. Auch Roblox führte Alterskontrollen ein, allerdings mit mäßigen Ergebnissen.

Mindestens ein Nutzer in den sozialen Medien berichtete jedoch von Problemen im Ablauf und wies auf einen Fehler hin. Die Anforderungen entsprechen zwar im Wesentlichen früheren Initiativen, das heißt aber nicht, dass sie auch Anklang finden werden.

Nachdem bekannt wurde, dass Plattformen wie Steam in Ländern wie Großbritannien Altersverifizierungsmaßnahmen eingeführt haben, um den dortigen Gesetzen zu entsprechen, kündigte Sony an, weltweit eigene Maßnahmen zu ergreifen.

Wann Nutzer in Deutschland sich verifizieren müssen, steht noch nicht fest, doch scheint der Trend dazu zu gehen, das auch hier das Alter bald überprüft werden wird.