Die Preiserhöhung des Xbox Game Pass im letzten Jahr führte laut Microsoft offenbar dazu, dass „Millionen“ von Abonnenten den Dienst verließen.
Der Xbox Game Pass wurde von Xbox stets als unglaubliches Angebot beworben, mit dem man die größten Spiele am Erscheinungstag für eine geringe Abonnementgebühr spielen kann. Das ist nach wie vor eine gute Idee, auch wenn angesichts der explodierenden Budgets für moderne Spieleentwicklungen mitunter die Frage aufkommt, ob sie langfristig tragfähig ist.
Während der letzten Konsolengeneration entwickelte sich der Xbox Game Pass zum Dreh- und Angelpunkt der Videospielstrategie von Microsoft. Der Abonnementdienst umfasste von Anfang an alle First-Party-Spiele, die das Unternehmen am Erscheinungstag veröffentlichte, und bot darüber hinaus Zugriff auf weitere Spiele zum Verkaufsstart sowie exklusive Vorteile.
Im Februar 2024 hatte der Dienst mindestens 34 Millionen Nutzer. Bis Juli 2025 erzielte der Game Pass Berichten zufolge erstmals einen Umsatz von fast 5 Milliarden US-Dollar.
Anfang des Jahres übernahm Asha Sharma den CEO-Posten bei Xbox und löste damit Phil Spencer ab. Sharma zögerte nicht lange und führte im Unternehmen zahlreiche Veränderungen ein, von denen viele bereits von den Nutzern positiv aufgenommen wurden. Von Änderungen bei den Achievements bis hin zum Umgang mit Exklusivitätsrechten für First-Party-Spiele – es ist deutlich, dass Sharma sich an der Xbox-Community orientiert, um herauszufinden, wie es weitergehen und das Unternehmen wettbewerbsfähiger gegenüber PlayStation, Nintendo und Steam machen kann.
Obwohl der Xbox Game Pass im Laufe der Jahre mehrere Preiserhöhungen hinnehmen musste, ging eine Änderung im letzten Jahr vielen Nutzern offenbar zu weit. In einem Interview mit GameSpot erklärte Xbox-Strategiechef Matthew Ball, dass der Dienst in den Monaten nach der Preiserhöhung „Millionen“ von Abonnenten verloren habe.
Der Xbox Game Pass wurde dieses Jahr im Preis gesenkt, allerdings mit der Einschränkung, dass Call-of-Duty-Spiele nicht mehr zum Start des Dienstes verfügbar sein werden (wir berichteten). Ball fügte hinzu, dass einige der Änderungen bei den Xbox-Nutzern Anklang finden. Er erwähnte jedoch nicht, ob ehemalige Nutzer zum Dienst zurückgekehrt sind.
Matthew Ball says Xbox shed “millions of subscribers” when the Gamepass price increased 50 percent in Fall 2025. pic.twitter.com/ESCr1iOEV8
— Geoff Keighley (@geoffkeighley) June 8, 2026
Es ist noch unklar, ob weitere Änderungen beim Xbox Game Pass zu erwarten sind. Obwohl Call-of-Duty-Spiele nicht zum Release verfügbar sein werden, kommen Abonnenten dennoch in den Genuss großer Titel. Der Xbox Game Pass hat 17 neue Spiele angekündigt, darunter Titel wie Halo: Campaign Evolved, Spyro: A Realm Beyond und Fable. Die Preissenkung für den Service ist ein Weg, Nutzer zurückzugewinnen, aber qualitativ hochwertige Spiele werden ein weiterer Schlüsselfaktor sein.
Einer der größten Kritikpunkte an der Xbox Series X/S in den letzten Jahren war der Mangel an exklusiven Titeln, der den Kauf rechtfertigte. Doch nun scheint sich die Situation zu ändern, und Xbox überdenkt seine Multiplattform-Strategie. Die Entscheidung, ehemalige Xbox-Exklusivtitel auch auf Plattformen wie PS5 und Switch zu veröffentlichen, stieß bei vielen Fans auf Unmut, und die neue Unternehmensführung ist sich dessen offenbar bewusst. Kurzfristig half die Veröffentlichung großer Franchises auf anderen Plattformen zwar, die Entwicklungskosten zu decken, doch möglicherweise verringerte sie die Kaufwahrscheinlichkeit einer Xbox-Konsole oder eines Game Pass-Abonnements.
Es könnte für Xbox zu spät sein, in der aktuellen Konsolengeneration noch neue Nutzer zu gewinnen. Das Unternehmen hat jedoch ein neues System in der Pipeline, das derzeit unter dem Projektnamen Project Helix bekannt ist. Um Käufer für das System zu gewinnen, muss Xbox seine treuesten Fans halten und gleichzeitig neue Spieler für sich gewinnen. Das wird keine leichte Aufgabe, und die Rückgewinnung der Xbox Game Pass-Abonnenten ist ein wichtiger Teil des Kampfes.
Die letzten Jahre waren sehr schwierig für das Unternehmen, aber die Lage scheint sich so gut wie seit Langem nicht mehr verbessert zu haben.



















