Gamer verklagen Sony wegen angeblichen Verstoßes gegen das kalifornische Gesetz zum digitalen Kauf.

Digitales Gaming hat den Zugang zu Unterhaltung revolutioniert, doch der regulatorische Rahmen für diese Transaktionen steht unter starker Beobachtung. In einer neuen Klage fordern vier Gamer Schadensersatz, da sie der Ansicht sind, Sony habe sie durch den Kauf von Lizenzen anstatt von Spielen getäuscht.

Die Spieler verklagen Sony Interactive Entertainment wegen angeblichen Verstoßes gegen ein kalifornisches Gesetz. Dieses verpflichtet digitale Spieleplattformen, klarzustellen, dass Käufer Lizenzen erwerben und nicht das Eigentum an den Spielen. Der PlayStation Store von Sony Interactive Entertainment verwendet Formulierungen wie „Jetzt kaufen“ und „Kauf bestätigen“, so die Anwälte in einer am Donnerstag eingereichten Klage.

In dieser Sammelklage gegen Sony Interactive Entertainment wird behauptet, dass der PlayStation Store die Verbraucher durch die Verwendung der „Jetzt kaufen“-Botschaft irreführt, da diese die Tatsache verschleiert, dass die Nutzer eine widerrufliche Lizenz und nicht das dauerhafte Eigentum an digitalen Inhalten erwerben.

„Tatsächlich erwerben Verbraucher, die digitale Spiele über PlayStation ‚kaufen‘, nicht das Eigentum an diesen Produkten“, schrieben die Anwälte. „Stattdessen gewährt PlayStation lediglich eine eingeschränkte, widerrufliche Lizenz für den Zugriff auf die Software, die mehreren in einer separaten Softwareproduktlizenzvereinbarung festgelegten Beschränkungen unterliegt.“

In diesem Rechtsstreit wird die aktuelle Benutzeroberfläche des PlayStation Store direkt in Frage gestellt. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Plattform ausreichend auf die Einschränkungen der digitalen Rechte hinweist.

In der Klage wird argumentiert, dass die Schaltflächen „Jetzt kaufen“ und „Kauf bestätigen“ im PlayStation Store vernünftige Verbraucher in die Irre führen und ihnen vorgaukeln, sie würden ein uneingeschränktes Eigentumsrecht erwerben.

Die vier Spieler – Andrew Garcia, Edward Heycock, Jason Mendoza und John Salinas – wussten angeblichen nicht, dass sie eine Lizenz zum Spielen und nicht zum Kauf der Spiele erhalten hatten. Die Formulierung ähnelt vielmehr traditionellen, physischen Konsumgewohnheiten, wie dem Kauf eines Stifts im Bürobedarfsgeschäft: Man kauft ihn, und er gehört einem. Der Hinweis auf die Lizenzierung, nicht den Verkauf von Spielen, findet sich prominent im Software-Produktlizenzvertrag.

Tatsächlich gewährt die Transaktion eine beschränkte, widerrufliche Lizenz – ein Unterschied, der nach Ansicht der Kläger durch die übliche Formulierung im Einzelhandel verschleiert wird. Der aktuelle Kaufprozess ist auf Geschwindigkeit ausgelegt, wobei ein reibungsloses Erlebnis oft Vorrang vor ausführlichen rechtlichen Offenlegungen hat.

Beim Gang zur Kasse verlangt das System die Bestätigung von Bedingungen, die oft in verschachtelten Menüs oder komplexen Servicevereinbarungen versteckt sind.

Der PlayStation Store enthält jedoch einen entsprechenden Hinweis. Über dem Button „Kauf bestätigen“ findet sich folgender Hinweis:

„Mit der Auswahl von [Kauf bestätigen] erklären Sie sich damit einverstanden, den Kauf gemäß den PlayStation-Nutzungsbedingungen abzuschließen, bevor Sie diese Inhalte verwenden. Sie bestätigen außerdem, dass der Kauf dieses digitalen Produkts einer Lizenz entspricht, die der Softwareproduktlizenzvereinbarung unterliegt.“

Regulierungsbehörden, darunter auch solche, die von der Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) beaufsichtigt werden, schlagen vor, dass wichtige Informationen über den Verfall von Rückerstattungsansprüchen am Verkaufsort und nicht in den allgemeinen Geschäftsbedingungen präsentiert werden sollten.

Kernpunkt dieser Klage ist das kalifornische Transparenzgesetz für digitale Güter, AB2426, das 2025 in Kraft trat. Es verpflichtet Unternehmen, Kunden beim Kauf digitaler Güter wie Spiele oder Musik ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass sie Lizenzen für den Zugriff auf diese Güter erwerben und nicht die Güter selbst. Valve änderte seine Checkout-Seite im Jahr 2024 und fügte folgenden Hinweis hinzu:

„Der Kauf eines digitalen Produkts gewährt eine Lizenz für das Produkt auf Steam.“

Der Zeitpunkt dürfte kein Zufall sein. In den letzten Wochen und Monaten wurden mehrere Videospiele abgeschaltet, und Besitzer können sie nicht mehr spielen, sobald sie komplett offline sind. Viele dieser Spiele stammen zwar nicht von PlayStation, doch die kürzliche Abschaltung der Online-Dienste von Destruction AllStars ist besonders erwähnenswert.

Das von Sony Interactive Entertainment veröffentlichte Spiel war 2021 exklusiv für die PS5 und wurde aus dem Angebot genommen. Die Online-Server werden im Mai 2026 abgeschaltet. Lediglich der Einzelspielermodus ist noch verfügbar – ein Schatten seiner selbst – und wird ebenfalls am 25. November verschwinden. Solche Abschaltungen werden in der Klage zwar nicht explizit erwähnt, deuten aber auf die damit verbundene Tendenz hin.

Solange das Gerichtsverfahren andauert, sieht das Standardverfahren vor, dass die Möglichkeiten, eine Rückerstattung zu beantragen, erheblich eingeschränkt sind, sobald man mit dem Herunterladen oder Streamen gekaufter Inhalte beginnt.

Die Europäische Kommission lehnte es in einer diese Woche verkündeten Entscheidung ab, sich wesentlich mit dem Thema zu befassen, sagte aber zu, sich mit den Unternehmen zu treffen, um einen optionalen Verhaltenskodex zu erarbeiten. Die kalifornische Staatsversammlung verabschiedete kürzlich einen Gesetzentwurf zur Förderung des Erhalts von Videospielen und der „Stop Killing Games“-Bewegung. Dieser Entwurf wird nun dem kalifornischen Senat vorgelegt, wo ein Ausschuss voraussichtlich im Juni darüber beraten wird (wir berichteten).