Ein neuer Bericht zu Fable, dem kommenden Reboot der klassischen Xbox-RPG-Reihe, enthüllt vor dem Release einige besorgniserregende Informationen.

Bereits 2020 kündigte Xbox die Rückkehr von Fable mit einem neuen Teil an, diesmal unter der Leitung des Entwicklers Playground Games. Nun, gut sechs Jahre nach dieser Ankündigung, bereitet sich Xbox endlich auf die Veröffentlichung von Fable Anfang 2027 vor. Sollte das Spiel erscheinen, müsste es jedoch vermutlich hohe Erwartungen erfüllen, um eine Fortsetzung zu rechtfertigen.

Fable gehört zweifellos zu den am meisten erwarteten Spielen der Xbox-Reihe, doch ein aktueller Bericht beleuchtet zwei potenzielle Schwachstellen des Spiels.

Momentan läuft bei Xbox nicht viel rund, was sich hoffentlich mit der neuen CEO Asha Sharma ändern wird, denn Missmanagement scheint weit verbreitet zu sein.

Wenn ein Spiel nicht eingestellt wird, leidet der Entwickler selbst massiv unter Entlassungen und einem stark dezimierten Team, wie im Fall von Obsidian Entertainment und dem Doom-Entwicklerstudio ID. Spiele sprengen das Budget, wie beispielsweise Arkanes Blade, was die geplanten Veröffentlichungen in Frage stellt, und Fable bildet da keine Ausnahme.

Wie Fable letztendlich aufgenommen wird, bleibt abzuwarten, wenn es im Februar 2027 erscheint. Playground Games und Xbox müssen dem Spiel aber wohl eine neue, überzeugende Geschichte verleihen. Schließlich wissen die Fans, dass es bereits mehrfach verschoben wurde, und das allein wirft bei manchen Konsumenten ein Vertrauensproblem auf.

Dennoch scheint Fable alles richtig zu machen. Xbox und Playground Games haben bisher nur einige Details angeteasert, aber alles, was über Gameplay und Story von Fable bekannt wurde, klingt, als ob es genau auf dem richtigen Weg für die Reihe wäre. Trotzdem geben das Budget und die Veröffentlichungspläne offenbar Anlass zur Sorge.

Einem neuen Bericht von Jez Corden von Windows Central zufolge, der die Multiplattform-Strategie von Xbox behandelt, ist Fable deutlich über dem Budget. Es ist erwähnenswert, dass so gut wie jedes Videospiel, das sich derzeit in Entwicklung befindet – außer es ist erst kürzlich gestartet –, das Budget überschritten hat. Die Entwicklungskosten sind explodiert, die Investitionen sind zurückgegangen, und die Entwicklung vieler Spiele gestaltet sich seit der COVID-19-Pandemie schwierig. Daher ist es nicht überraschend, dass Fable das Budget überschritten hat, aber die Tatsache, dass es deutlich über dem Budget liegt, gibt Anlass zur Sorge. Was das für Marketing, Vertrieb und Ähnliches bedeutet, bleibt abzuwarten.

Das ist natürlich kein Weltuntergang, und es ist sehr unwahrscheinlich, dass Fable in diesem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium eingestellt wird. Dennoch wirft es Fragen zur Zukunft der Reihe auf.

Der Zeitpunkt dieser Nachricht ist besonders ungünstig, da Xbox-Manager im letzten Monat Spiele eingestellt, Mitarbeiter entlassen und Studios verkauft haben, um Kosten zu sparen. Die hohen Kosten von Fable lassen die finanziellen Erwartungen an das Spiel daher sicherlich steigen.

Spiele, die üblicherweise das Budget sprengen, müssen außergewöhnlich erfolgreich sein, um die Gewinnschwelle zu erreichen. Obwohl das geplante Budget von Fable nicht bekannt ist, können AAA-Spiele heutzutage bis zu 400 Millionen Dollar in der Entwicklung kosten.

Da Fable aber vermutlich verschoben wurde, um GTA 6 auszuweichen, muss es unbedingt ein Erfolg werden, und eine weitere Verschiebung (mit dem entsprechenden Budget) ist wohl eher unwahrscheinlich.

Desweiteren hat Corden ebenfalls angemerkt, hat God of War Laufey gerade einen Release-Termin (16. Februar) erhalten, der nur einen Tag vor dem Early-Access-Start von Fable liegt. Da Fable für PC, PS5 und Xbox Series X/S bestätigt ist, argumentiert Corden, dass es sich im Wesentlichen um Marketing für die PS5 gegenüber der Xbox Series X/S handelt und ein ziemlich klares Bild davon zeichnet, welche Konsole mehr Spiele bietet. Noch schlimmer ist jedoch, dass God of War Laufey die PS5-Verkäufe von Fable beeinträchtigen könnte.

Das gilt zwar für alle Videospiel-Releases im Februar 2027, von denen es einige gibt, aber Fable und God of War Laufey sind derzeit die beiden Marktführer. Selbst wenn keines dieser Spiele an den Erfolg von GTA 6 heranreicht, wird es ein hart umkämpfter Monat, in dem Spieler bei der Auswahl ihrer neuen Titel besonders wählerisch sein müssen. Und einer von ihnen könnte den anderen überflügeln.

Eine Möglichkeit wäre eine weitere Verschiebung von Fable, aber wenn die Bedenken hinsichtlich des Budgets berechtigt sind, wird dies schwieriger und mit größeren Auflagen verbunden. Außerdem wäre eine nochmalige Verschiebung für das Unternehmen derzeit genauso schlecht und würde die durch frühere Teeminverschiebungen geschürten Ängste der Verbraucher verstärken.

Es ist durchaus möglich, dass God of War Laufey für PS5 erscheint, sich gut verkauft und von Fable nicht beeinträchtigt wird. Genauso gut ist es möglich, dass Fable für PC, PS5 und Xbox Series X/S erscheint, sich gut verkauft und von God of War Laufey nicht beeinträchtigt wird.

Doch diese Nachricht ist nicht gerade das, was das Spiel wenige Monate vor Release verdient hätte. Es ist außerdem eine interessante Momentaufnahme: Ein Publisher weigert sich, seine Spiele weiterhin für PC zu veröffentlichen, während ein anderer seine Verpflichtungen erfüllt, bevor er versucht, wieder auf Exklusivität zu setzen.

Dieser Wettbewerb ist Realität, zumindest was die God-of-War-Reihe und das neue Fable- Spiel angeht.

Das Budget ist ein ganz anderes Problem, das Xbox lösen muss. Hoffentlich können beide Spiele friedlich nebeneinander existieren, ihre Verkaufszahlen erreichen und bei den Spielern Anklang finden. Das wäre das beste Ergebnis, auch wenn der Konsolenkrieg eine Rückkehr dieser Konkurrenz zu fordern scheint.

Nach jahrelanger Vorfreude erscheint Fable am 23. Februar 2027 für Xbox Series X/S, PS5 und PC und ist ab dem ersten Tag im Xbox Game Pass enthalten. Wer Fable noch früher spielen möchte, kann die Premium Edition vorbestellen und erhält damit bereits am 18. Februar Zugriff – fast eine Woche früher.