Start Gaming Powkiddy X18S im Review: eine ganze Spielesammlung in der Hosentasche?

Powkiddy X18S im Review: eine ganze Spielesammlung in der Hosentasche?

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© Powkiddy

Der Powkiddy X18s ist der neueste Versuch von Powkiddy die Krone unter den Android-Gaming-Handhelds an sich zu reißen.

Wichtig!

Weder der Verfasser dieses Artikels noch kumotaku.de an sich stehen für die Verbreitung von illegalen Rom- und ISO-Daten. Darum werden hier keinerlei Links zu Seiten zu finden sein, auf denenen so etwas zu finden ist. Wer Rom- oder ISO-Dateien laden möchte, muss das Originalspiel in seinem Besitz haben!

Good old Times!

Wer in den 80ern aufgewachsen ist, erlebte die goldene Zeit der Spielhallen und Arcadegeräten, aber auch die Verbreitung der Heimkonsolen. In dieser Zeit wurden mehrere Titel geboren, die heute Teil der Geschichte sind, wie Pac-Man oder Tetris, und einige der bekanntesten und langlebigsten IPs, wie Super Mario Bros. oder Zelda. Heutzutage hat sich das Gaming auf beeindruckende Weise entwickelt und erreicht fast den Fotorealismus, aber die Nostalgie hat die Fans dazu gebracht, selbst die alten Spiele zu überdenken und neu zu bewerten, die mit nur wenigen Pixeln immer noch viel Spaß garantieren konnten.

Retrogaming erobert leicht die Herzen unterschiedlich junger Menschen, und hat in den letzten Jahren einen starken Flashback erlebt, der alle Bevölkerungsgruppen in gewissem Maße erfasst hat. Einer der Gründe ist die Geburt von Wirtschaftsplattformen – siehe Raspberry Pi – die RetroArch sehr gut ausführen können, aber auch die Verbreitung und Leistungssteigerung von Smartphones mit ihren Emulatoren.

Powkiddy… wer?

Powkiddy ist eine Marke, die in diesem Bereich tätig ist und einen umfangreichen Katalog tragbarer Konsolen erstellt hat. Die meisten verwenden billige Rockchip- oder Mediatek-SoCs mit Retroarch-basierten benutzerdefinierten Firmwares, aber auf einigen läuft auch Android. Zu den neuesten gehört der Powkiddy X18s, eine Neuauflage des Vorgängermodells X18 mit einigen Verbesserungen und einer neuen schwarzen Farbe.

Powkiddy hat in der Vergangenheit schon einige Retro-Konsolen erschaffen, aber mit der Einführung des RGB10 Max & RGB10 Max 2 hatten die Dinge begonnen, eine positive Wendung für das Unternehmen zu nehmen. Der X18S hofft, diesen Sprung für Powkiddy noch weiter zu machen, aber trifft er ins Schwarze?

© Powkiddy

Powkiddy X18S – der Neuling

Die Neuauflage des Handhelds verspricht für knapp 200€ gute Leistung für aktuelle Android-Games, Cloud-Gaming und Retro-Emulation. Was das X18S wirklich auszeichnet, ist der neuere, leistungsstärkere Prozessor und Android 11, mit dem man N64-, PSP- und Saturn-Spiele die meiste Zeit fehlerfrei spielen kann.

Unter der Haube werkelt im X18S ein Unisoc Tiger T618 Octa-Core SoC mit zwei A75 und vier A55 Kernen, die mit je 2GHz takten. Ein mittelklasse Chip, dessen Rohdaten durchaus vielversprechend aussehen, um auch Schwergewichte wie Fortnite, PUGB und Genshin Impact stemmen zu können. Desweiteren bringt das Handheld 4GB RAM und 64GB internen Speicher für Games mit. Durch Bluetooth und den eingebauten Mini-HDMI-Anschluss verwandelt sich das Handheld zudem blitzschnell zur stationären Konsole am heimischen Monitor oder TV.

Dies sind die Spezifikationen welche den X18S antreiben noch einmalim Überblick:

Eigenschaften Powkiddy X18s
SoC Unisoc-Tiger T618
CPUs 8-Kern (2-Kern Cortex-A75 + 6-Kern Cortex-A55)
GPUs Mali G52 MP2
RAM 4GB
Memory 64 GB
Bildschirm 5,5″ IPS-Touchscreen
Auflösung 1280 x 720 Pixel
Batterie 5000 mAh
Aufladung USB-C (Ladegerät nicht enthalten)
Video-Ausgang Mini-HDMI
Erweiterung microSD (bis zu 512 GB)
W-lan 802.11(ac)-Dualband
Bluetooth 5.0
Lautsprecher Stereo
Tonausgabe 3,5 mm
Andere Gyroskop, Beschleunigungsmesser, GPS, OTG

Was ist drin?

Der Verpackunginhalt ist der Gleiche wie es anscheinend üblich für so eine chinesische Firma ist: sehr einfach. Außer dem Gerät selber bekommt man nur ein Ladekabel (das auch zum Übertragen von Daten vom und zum heimischen PC dienen soll – leider ohne Funktion) und eine Bedienungsanleitung. Diese ist überraschenderweise farbig mit Bildern und sowohl chineisch als auch in Englisch.

Nun mal zum Gerät selber… 

Der X18S wiegt etwa 300 g, was doch ziemlich schwer für ein Handheld ist, obwohl es immer noch in Ordnung ist, wenn man es in der Hand hält.

Wenn man auf die Vorderseite des X18S schaut, sieht man zwei eckige Lautsprechergitter sowie einen Kopfhöreranschluss, der verhindert, dass er beim Halten im Weg ist.

An der Oberseite des X18S befinden sich die vier Schultertasten. Hier kann man etwas hin- und hergerissen und enttäuscht vom X18S sein. Das Handheld ist ziemlich groß, aber Powkiddy hat kleine Schultertasten verwendet. Für Menschen mit großen Händen dürfte das kein Problem sein, aber man kann sich vorstellen, dass dies für einige unangenehme Spielsitzungen der Grund sein könnte. Sie hätten diese Tasten auch untereinander platzieren sollen, wie sie es beim RG10 Max 2 getan haben; das hätte sie praktischer gemacht.

Zwischen den Tasten auf der Rückseite befinden sich die Hauptanschlüsse, darunter der USB-C-Ladeanschluss und der Mini-HDMI-Ausgang (bei Verwendung ist der interne Bildschirm deaktiviert), sowie ein SD-Kartensteckplatz.

© Powkiddy

Der Powkiddy X18S sieht modern aus und unterscheidet sich von den meisten anderen Handhelds. Er scheint gut verarbeitet zu sein, und das Clamshell-Design sollte es ideal machen, um ihn in eine Tasche zu werfen, ohne dass man sich Sorgen machen muss, dass er beschädigt wird.

Was ein wenig überrascht, wenn man das Gerät öffnet ist, wie viel Platz beim Tastenlayout verschwendet wurde. Alle Tasten sind kleiner, als man es von einem Handheld dieser Größe erwarten würden. Die Analogsticks haben bei der neuen Revision des Gerätes eine R3/L3-Funktionalität bekommen. Auch wenn man das Display schließt, braucht man keine Angst haben, dass sie den Bildschirm verkratzen oder in einer unnatürlichen Haltung eingeklemmt werden. Gut.

Sowohl das D-Pad als auch die ABXY-Tasten fühlen sich zu klein an, und wenn sie gedrückt werden, haben sie nicht die schöne Sprungkraft, die man normalerweise bei Handhelds findet. Die Tasten schließen zudem komplett bündig mit dem Gehäuse ab, was vielen nicht gefallen dürfte.

Der Rest der Buttons geht in Ordnung, einschließlich der Android-, Start- und Auswahltasten, und sie sitzen oben und stören nicht. Leider gibt es einfach so viel verschwendeten Platz auf dem X18S, als hätte der Designer es eilig gehabt und versehentlich die falschen Maße in das Design eingefügt.

Der Bildschirm ist ein 5,5″ HD (720P) Display, das funktioniert und wirklich gut aussieht. Wie bei den meisten Android-Handhelds verfügt es über einen Touchscreen und funktionierte sehr gut mit schönen, scharfen und hellen Bildern. Die Verarbeitungsqualität sieht insgesamt überzeugend aus, hat aber ihre Schwächen und eine davon ist das Displayscharnier. Einmal aufgeklappt kann man zwischen zwei Rastwinkeln wählen, allerdings gibt es immer ein gewisses nicht immer angenehmes Spielgefühl.

Erst mal arbeiten…

Bei dem gestesten Gerät, das von AliExpress.com kam, war die neueste Firmware schon aufgespielt, die tatsächlich einen Chrome-Browser und – ganz wichtig – den Google PlayStore enthält. Bei anderen Anbietern muss man das Firmware-Update manuell aufsetzen, denn ohne den Google Store schaut das Gerät schon ziemlich ärmlichen aus.

Das Update gibt es kostenlos auf der Website des Herstellers mit einer Anleitung, wie es installiert werden soll.

Nach dem Update funktioniert das X18S jedoch viel besser und hat die Play Store App installiert, damit man sich mit seinem Konto anmelden kann; dadurch kann man die Emulatoren und Spiele (siehe Warnung am Anfang des Artikel) herunterladen. Es wird übrigens empfohlen, sich eine ausreichend große mircoSD-Karte zuzulegen, da der interne Speicher doch ziemlich begrenzt ist. Wichtig: Bei der Verwendung einer neuen SD-Karte gibt es die Möglichkeit, sie als externen oder integrierten Speicher zu verwenden. Beide Optionen haben ihre Vor- und Nachteile, so dass es am Nutzer liegt, zu entscheiden, für welche er sich entscheidet.

Selbst mit der aktualisierten Firmware ist das Betriebssystem, das der Powkiddy verwendet, sehr einfach. Und wie bereits erwähnt, kommt der X18S mit sehr wenig an. Man erhält die obligatorische Happy Chick-App, mit der man Spiele herunterladen kann. Die verwendeten Emulatoren sind jedoch selten auf dem neuesten Stand, sodass nicht alle Spiele so funktionieren, wie sie es auf einem eigenständigen Emulator tun würden.

Bis man alle wichtigen Emulatoren und alle Spiele, die man hat, heruntergeladen hat, weiß man, was man getan hat, bevor man das genießen kann, was der X18S bietet. Powkiddy sollte wirklich anfangen, an den Verbraucher zu denken und es jedem so einfach wie möglich zu machen, das Gerät einzuschalten und zu spielen. Im Moment tun sie das nicht, und sie verlassen sich auf die Community, um ein besseres Betriebssystem für ihre Handhelds zu entwickeln. Sie werden sich von ihren Kunden entfremden, wenn dies so weitergeht, und sie werden Verkäufe verpassen, insbesondere von Leuten, die nicht über die technischen Fähigkeiten verfügen, um das Betriebssystem usw. zu aktualisieren.

Spielen, spielen, spielen!

Wie man oben sehen kann, sind die Spezifikationen des X18S großartig. Der Spieler wird in der Lage sein, Spiele zu spielen, die man in der Vergangenheit nicht auf einem Handheld dieser Preisklasse spielen konnte. Und ja, dazu gehören auch einige GameCube-Spiele!! Dreamcast-Spiele laufen großteils einwandfrei, ebenso wie PSP-Spiele und sogar Games der PlayStation 2!

Ältere Emulatoren wie Game Boy, SNES, Mega Drive und N64 funktionierten perfekt. Das einzige Problem ist, das mit einer SD-Karte als externem Speicher, RetroArch die einzelnen Spielordner nicht finden kann, doch dafür gibt es sicherlich auch eine Möglichkeit, die ein findiger Tüftler schon gefunden hat.

Wie vielleicht bemerkt, stehr oben, dass „einige GameCube„- und „Dreamcast“-Spiele gut gespielt werden können. Das liegt daran, dass die einfacher zu emulierenden Spiele zwar funktionierten, einige größere jedoch immer noch Probleme hatten. Da ist das Ziel noch nicht ganz erreicht, wenn es darum geht, den kompletten Katalog der dieser Konsolen zu spielen. Wenn die Community jedoch ein besseres Betriebssystem für den X18S entwickelt, gibt es kaum Zweifel daran, dass sich die Dinge verbessern werden.

Da es sich um ein Android-Gerät handelt und Android 11 darauf läuft, können die meisten Android-Spiele ohne Probleme darauf laufen, einschließlich Call of Duty usw.

Das Spielen von Xbox Series X-Spielen auf dem X18S ist ein Kinderspiel, da die Xbox-App tatsächlich darauf funktioniert, mit Spielen, die für Cloud-Gaming optimiert sind. Leider ist das Mapping der Controller-Funktionen ziemlich umständlich und muss erstmal für den eigenen Gebrauch eingerichtet werden – mal wieder.

Bei dem Test wurde eine durchschnittliche Akkulaufzeit von etwa drei Stunden erreicht, was ungefähr dem Durchschnitt entspricht, aber es wäre schön, wenn die nächste Generation von Retro-Spielen diese auf etwa fünf Stunden bringen würde.

  • Verarbeitung
  • Tasten
  • Display
  • Handhabung
  • Ausstattung
3.5

Gut, mit einigen Design-Fehlern

Insgesamt kann das X18S gefallen, obwohl es vom Design her besser hätte sein können, wobei größere Tasten und Platzierung die Hauptprobleme sind. In Bezug auf das Gameplay kann man genießen, Spiele zu spielen, die zuvor auf anderen Retro-Handhelds nicht gespielt werden konnten.

Es gibt definitiv noch etwas Raum für Verbesserungen seitens Powkiddy, was man hoffentlich in den nächsten Jahren sehen wird. Powkiddy sollte einen Blick darauf werfen, wie gut das Design des RGB10 Max 2 ist und von dort aus zukünftige Handhelds mit diesen oder besseren Spezifikationen zu bauen, und sie werden ein fast perfektes Produkt für den Verbraucher haben … und bitte, gebt den Geräten ein neues Betriebssystem.

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